Hiob 2,10

Ein Satz, der Widerspruch provoziert. Weil er einen Schatten auf Gott wirft. Und weil er so unterwürfig klingt. Darf man denn nicht einmal aufschreien, wenn „das Schicksal“ erbarmungslos zuschlägt? Doch, das dürfen wir. Wer will es uns verbieten? Aber das ist etwas, was wir – wenn der erste Zorn über diesen Satz verraucht ist – auch dürfen: Das Leben nehmen, wie das Leben eben ist. Das Böse und das Tragische nicht verdrängen. Uns auch dem stellen, was furchtbar und schmerzhaft ist. Das ist schwierig und notwendig zugleich.