Assoziationen zum Monatsspruch der Losungen


5. Mose 30,14

Monatsspruch für Februar 2018


Es ist das Wort ganz nahe bei dir, in deinem Munde und in deinem Herzen, dass du es tust.
(5. Mose 30,14)

„Ich habe keine Schwierigkeiten mit dem, was ich in der Bibel nicht verstehe. Probleme machen mir die Stellen, die ich sehr gut verstehe.“ (Mark Twain)

Solche Ehrlichkeit ist selten.

Oft ist es doch so: Wenn uns etwas nicht passt, suchen wir Ausflüchte. Wir fragen, ob man das wirklich so sehen kann, ob man es nicht auch ganz anders verstehen muss oder ob das überhaupt für uns gilt. In diesen Disziplinen sind wir inzwischen alle recht geschickt.

Solche Ausflüchte sind offenbar nicht neu. Auch die Alternative steht schon lange fest: Nicht auf Abwehr schalten, sondern Gottes Wort an sich ran lassen, es ernst nehmen und danach handeln.

Merke: „Wer etwas nicht will, sucht Gründe. Wer etwas will, sucht Wege.“ (nach Harald Kostial, deutscher Unternehmer)


5. Mose 5,14

Monatsspruch für Januar 2018


Aber am siebenten Tag ist der Sabbat des HERRN, deines Gottes. Da sollst du keine Arbeit tun, auch nicht dein Sohn, deine Tochter, dein Knecht, deine Magd, dein Rind, dein Esel, all dein Vieh, auch nicht dein Fremdling, der in deiner Stadt lebt, auf dass dein Knecht und deine Magd ruhen gleichwie du. 5. Mose 5,14

Erich Kästner dichtete 1929:
„Manche geben keine Ruhe,
Und sie schuften voller Wut.
Doch ihr Tun ist nur Getue,
Und es kleidet sie nicht gut …
Vieles tun heißt vieles leiden.
Lebt, so gut es geht von Luft.
Arbeit lässt sich schlecht vermeiden,
doch wer schuftet, ist ein Schuft!“

Jahrhunderte vor ihm hat Gott selbst die Ruhe geboten – in den Zehn Geboten. Und zwar für alle, sogar für die Tiere. Eine Anweisung von „ganz oben“ – nicht nur eine nette Idee eines Schriftstellers.

Nie war dieses Gebot so wertvoll wie heute. Ein AnGebot zur Entschleunigung. Ein AnGebot für das neue Jahr.

P.S.
Herzliche Einladung zum Seminar „Wer schneller lebt ist eher fertig!“ (Infos unter AKTUELLES)


Lukasevangelium 1,78-79

Monatsspruch für Dezember 2017


Durch die herzliche Barmherzigkeit unseres Gottes wird uns besuchen das aufgehende Licht aus der Höhe, damit es erscheine denen, die sitzen in Finsternis und Schatten des Todes, und richte unsere Füße auf den Weg des Friedens. Lukasevangelium 1,78-79

Zacharias, der Vater Johannes des Täufers, prophezeit bei der Geburt seines Sohnes, dass nach ihm das „Licht aus der Höhe kommt“, das Menschen auf den Weg des Friedens bringt. Gemeint ist natürlich Jesus Christus. Und tatsächlich sind von ihm Christus immer wieder entscheidende Friedensimpulse ausgegangen.

Zu den beeindrucktesten Ereignissen gehört eine Episode während des 1. Weltkriegs. In einem kleinen Frontabschnitt liegen Deutsche und Engländer in nur 50 Metern Entfernung voneinander in Stellung. Der Morgen des 24. Dezembers ist ein klarer Tag. Auf einmal tritt eine unwirkliche Stille ein. Kein Laut ist mehr zu hören. Plötzlich gehen auf beiden Seiten hinter den Wällen Schilder hoch. „Frohe Weihnachten“ steht drauf und „Merry Christmas“. Es wird nicht geschossen. Sie tauschen Geschenke aus. Tabak gegen englischen Plumpudding, britischer Schokoladenkuchen gegen bayerisches Bier. Um neun Uhr abends zünden sie die Kerzen auf ihren Tannenbäumen an, und mehr als zweihundert Kehlen singen auf einmal „Stille Nacht, heilige Nacht“ bzw. „silent night, holy night“.

Das Licht aus der Höhe hat die Füße der Soldaten auf den Weg des Friedens ausgerichtet – allein durch die Erinnerung an seine Geburt, bei der die Engel vom „Frieden auf Erde“ gesungen haben. An Weihnachten bricht etwas Himmlisches ein in unsere irdische Welt.

1914 war mit diesem Friedenswunder nach 2 Tagen Schluss. Da erinnerten sich die Befehlshaber und Offiziere wieder daran, dass doch eigentlich Krieg war und dass die freundschaftlichen Begegnungen und die Verbundenheit, die sich zwischen den Männern einstellte, nicht sein dürfen. Da kehrte die harte Realität zurück, da hatte die Waffenruhe ein Ende, da herrschte wieder Krieg. Aber dieses Wunder kann immer wieder geschehen.


Hesekiel 37,27

Monatsspruch für November 2017


Gott spricht: Ich will unter ihnen wohnen und will ihr Gott sein und sie sollen mein Volk sein. Hesekiel 37,27

Im Wahlkampf geben Politiker sich volksnah. Aus Berechnung. Weil es gut ankommt. Jeder soll sehen, dass sie nicht abgehoben sind, sondern bodenständig, menschlich …

Gott will nicht dort wohnen, wo Menschen keinen Zugang haben – wie etwa in Wandlitz, der Wohnsiedlung für Mitglieder des Politbüros. Er will bei uns wohnen – in einer Wohngemeinschaft.

Noch ist es nicht so weit. Aber einmal wird es so sein. Gott wird zu uns ziehen – weil er uns liebt. Das sind gute Aussichten.


Lukasevangelium 15,10

Monatsspruch für Oktober 2017


„Es wird Freude sein vor den Engeln Gottes über einen Sünder, der Buße tut.“ Lukasevangelium 15,10

Freude über Menschen die Buße tun? Darüber freuen sich doch nur die frommen Besserwisser! Und zwar von oben herab – nach dem Motto: „Schön, dass sie ihren Irrtum endlich eingesehen haben.“

Aber Jesus spricht hier über Gottes Freude. Gottes Freude ist ehrliche und echte Freude. Wie wollen wir das wissen? Weil er in seinem Sohn Jesus Christus alles getan hat, um uns zu retten. Gottes Freude über Menschen, deren Leben sich zum Positiven verändert, ist solidarische Freude – weil er sich in seinem Sohn Jesus Christus ganz mit uns solidarisiert hat.

„An dem Kummer eines Freundes teilzunehmen, ist leicht, aber es bleibt das Zeichen einer außergewöhnlichen Natur, sich an den Erfolgen des Freundes rein mitfreuen zu können.“ (Oscar Wilde). Gott kann das.


Lukasevangelium 13,30

Monatsspruch für September 2017


„Und siehe, es sind Letzte, die werden die Ersten sein,
und sind Erste, die werden die Letzten sein.“
Lukasevangelium 13,30

Ist das ein Wort für die Bundestagswahl am 24. September? Als Ermutigung für die Parteien, die zurzeit in den Umfragen ganz hinten liegen – und als Demütigung für die, die meinen, den Sieg bereits in der Tasche zu haben? Wohl kaum!

Worum geht es dann? Darum, dass nicht alle, die sich für Gottes Lieblinge halten, es auch sind. In Wirklichkeit, so Jesus, werden im Reich Gottes Leute „zu Tisch sitzen“, von denen sie das nie erwartet haben – während sie selbst das Nachsehen haben.

Martin Luther hat in seinen „95 Thesen“ folgendes dazu gesagt: „Der wahre Schatz der Kirche ist das allerheiligste Evangelium der Herrlichkeit und Gnade Gottes. Dieser Schatz ist aber mit Recht allgemein verhasst; denn er macht aus den Ersten die Letzten.“

Er hat diese Aussage so erläutert: „Das Evangelium macht nämlich alles zunichte, was etwas ist; es macht das, was stark ist, zuschanden, es macht das, was weise ist, zuschanden und macht sie zu Nichts, zu Schwachheit, zu Torheit; denn es lehrt Demut und Kreuz … Darum ist es kein Wunde, wenn das Wort Christi bei denen verhasst ist, die gern etwas sein wollen, die vor sich und den Menschen weise und mächtig sein wollen und sie die Ersten zu sein dünken.“

Also doch ein Wort zur Bundestagswahl?


Apostelgeschichte 26,22

Monatsspruch August 2017


„Gottes Hilfe habe ich erfahren bis zum heutigen Tag
und stehe nun hier und bin sein Zeuge bei Groß und Klein.“ Apostelgeschichte 26,22

Das Bekenntnis eines Verfolgten. Paulus steht vor einem römischen Statthalten, einem Vasallenkönig und prominenten Gästen. Er berichtet von den Mordanschlägen, die man gegen ihn versucht hat, und erklärt den Anwesenden, dass er durch Gottes Hilfe überlebt hat, nun vor ihnen steht und auch weiterhin vor „Groß und Klein“ für seine Überzeugungen eintreten wird – koste es, was es wolle.

Dass man sich mit ganzer Kraft für die Dinge einsetzen muss, die es wert sind, hat auch Marie Curie, polnisch-französische Physikerin und Chemikerin, zweifache Nobelpreisträgerin (1903 und 1911) betont, die vor 150 Jahren geboren wurde – und als Frau besonderen Herausforderungen begegnet ist. Sie schrieb:

„Leicht ist das Leben für keinen von uns. Doch was nützt das, man muss Ausdauer haben und vor allem Zutrauen zu sich selbst. Man muss daran glauben, für eine bestimmte Sache begabt zu sein, und diese Sache muss man erreichen, koste es, was es wolle.“

Der römische Statthalter meinte damals übrigens, dass Paulus „von Sinnen“ ist. Welche Meinung haben wir von Leuten, die sich gegen Widerstände für ihre Überzeugungen einsetzen?


Philipper 1,9

Monatsspruch für Juli 2017


„Ich bete darum, dass eure Liebe immer noch reicher werde an Erkenntnis und aller Erfahrung.“ Philipper 1,9

In der Liebe an Erkenntnis und Erfahrung reicher werden – was heißt das? Sicher nicht das, was der BRAVO oder ähnlichen Zeitschriften dazu einfällt. Erkenntnis geht tiefer. Sie ergibt sich oft nicht auf den ersten Blick, sondern nur dann, wenn man den Dingen auf den Grund geht. „Erfahrung ist nicht das, was einem zustößt. Erfahrung ist, was du aus dem machst, was dir zustößt. “ (Aldous Huxley). Erfahrung ist Lebensklugheit.

Was hat Erkenntnis und Erfahrung mit der Liebe zu tun? Liebe soll nicht blind sein. Wir sollen überhaupt nicht blind sein, sondern sehen. Wir können nur dann recht lieben, wenn wir recht sehen. Also: Augen auf !

„Einen Menschen lieben, heißt ihn so zu sehen, wie Gott ihn gemeint hat.“
(Fjodor Michailowitsch Dostojewski)


Apostelgeschichte 5,29

Monatsspruch für Juni 2017


Man muss Gott mehr gehorchen als den Menschen. Apostelgeschichte 5,29

In Frankfurt am Main heißt eine Straße „Polizeimeister-Kaspar-Straße“ und erinnert damit an den Polizisten Otto Kaspar, der 1933 die Meldekarte einer jüdischen Familie Senger fälschte. Er änderte den Vermerk „Mosaisch“, der das Todesurteil der Familie bedeutet hätte, ab in den Vermerk „Religionslos“, und bewahrte so die gesamte Familie vor dem Vernichtungslager. Er setzte mit dieser Urkundenfälschung sein eigenes Leben auf’s Spiel und rettete mit einer Lüge das Leben einer ganzen Familie.

aus: Axel Kühner, Aus gutem Grund.


Kolosser 4,6

Monatsspruch für Mai 2017


Eure Rede sei allezeit freundlich und mit Salz gewürzt! Kolosser 4,6

„Im Deutschen lügt man, wenn man höflich ist!“, soll Goethe gesagt haben. Darum ist vielen Menschen eine höfliche und gepflegte Form des Umgangs verdächtig und suspekt. Viele Menschen halten nichts von Etikette und guten Manieren, belächeln takt- und respektvolle Höflichkeit. Sie sind eher direkt und lassen einfach raus, was sie denken, ohne die Sorge, sie könnten jemanden verletzen.
Ein Junge fährt nachts mit seinem Vater heim. Sie geraten in eine Verkehrskontrolle. Der Junge macht seinem Ärger über das Aufgehalten- und Kontrolliertwerden deutlich Luft und fährt den Polizisten ziemlich grob an. Später sagt er zu seinem Vater als Rechtfertigung: „Ich bin lieber ganz ehrlich und sage den Menschen, was ich denke. Diese ganze Höflichkeit ist doch nur Getue und nichts als eine Menge heißer Luft!“ „Ganz recht“, sagt der Vater freundlich, „eben diese Menge Luft haben wir in unseren Reifen, und merkst du, wie die Luft die harten Stöße dämpft und mildert? So ist das auch im Umgang mit Menschen, die Höflichkeit kann manche Härte dämpfen und viele unangenehme Stöße mildern und abfangen.“
Vielleicht kann man auch ehrlich und höflich zugleich sein?

Aus: Axel Kühner, Zuversicht für jeden Tag