Lukasevangelium 10,5

Wir sagen: „Guten Tag.“ Damit wünschen wir unserem Gegenüber, dass der heutige Tag gut für ihn verlaufen möge. Dass wir ihm das wünschen, ist nett von uns – auch wenn uns diese Begrüßungsformel meist ohne viel Nachdenken über die Lippen kommt.

Im Mittelhochdeutschen lautete diese Grußformel ursprünglich so: „got gebe dir guoten tac“. Das ist eigentlich besser. Weil es persönlicher ist („gott gebe dir …“). Und weil von Gott die Rede ist. Bei „Guten Tag“ bleibt ja offen, wodurch bzw. durch wen der Tag denn zu einem guten Tag werden soll.

„Friede diesem Haus“ ist auch nicht schlecht. „Friede“ ist mehr als Abwesenheit von Krieg. In der Sprache der Bibel meint „Friede“ so viel wie „Wohlergehen“ und in einer „heilvollen Ordnung“ zu leben.

In den letzten Monaten sind viele Menschen aus den Ländern des Orients zu uns gekommen. Sie suchen Schutz bei uns. Aber auch wir können von ihnen profitieren – auch von den Kleinigkeiten, in denen sie sich von uns unterscheiden. Nicht zuletzt von ihrer Begrüßungsformel „as-salāmu ʿalaikum“ (auf Deutsch: „Der Frieden auf Euch!“), auf die in der Regel mit einem „wa-ʿalaikum us-salām“ (auf Deutsch: „Und auf Euch der Frieden!“) geantwortet wird.

Übrigens: „R.I.P.: Den Toten müssen wir keinen Frieden wünschen. Die Lebenden können ihn besser brauchen.“ (Ernst Reinhard)