Lukasevangelium 13,30

Ist das ein Wort für die Bundestagswahl am 24. September? Als Ermutigung für die Parteien, die zurzeit in den Umfragen ganz hinten liegen – und als Demütigung für die, die meinen, den Sieg bereits in der Tasche zu haben? Wohl kaum!

Worum geht es dann? Darum, dass nicht alle, die sich für Gottes Lieblinge halten, es auch sind. In Wirklichkeit, so Jesus, werden im Reich Gottes Leute „zu Tisch sitzen“, von denen sie das nie erwartet haben – während sie selbst das Nachsehen haben.

Martin Luther hat in seinen „95 Thesen“ folgendes dazu gesagt: „Der wahre Schatz der Kirche ist das allerheiligste Evangelium der Herrlichkeit und Gnade Gottes. Dieser Schatz ist aber mit Recht allgemein verhasst; denn er macht aus den Ersten die Letzten.“

Er hat diese Aussage so erläutert: „Das Evangelium macht nämlich alles zunichte, was etwas ist; es macht das, was stark ist, zuschanden, es macht das, was weise ist, zuschanden und macht sie zu Nichts, zu Schwachheit, zu Torheit; denn es lehrt Demut und Kreuz … Darum ist es kein Wunde, wenn das Wort Christi bei denen verhasst ist, die gern etwas sein wollen, die vor sich und den Menschen weise und mächtig sein wollen und sie die Ersten zu sein dünken.“

Also doch ein Wort zur Bundestagswahl?