Im Buch der Erinnerung

Vor einigen Tagen stand ich gemeinsam mit einem Freund vor einer großen, fürstlichen Grabesstätte auf der Rosenhöhe in Darmstadt, die für einen Großherzog und seine Familie errichtet wurde.
Als wir in der schönen und geräumigen Gartenanlage spazieren gingen, wurde mir erneut bewusst, dass es nicht nur im Leben Unterschiede zwischen Menschen gibt, sondern auch nach dem Tod. Der einen wird mehr und sichtbarer gedacht, der anderen weniger, mancher vielleicht gar nicht. Das stimmte mich für einen Augenblick traurig.
In den darauffolgenden nachdenklichen Momenten fielen uns Worte aus dem Propheten Maleachi in der Bibel ein, die in die Situation hineingesprochen werden, in der sich gottesfürchtige Menschen unterhalten und ihren Eindruck äußern, dass sie sich unbedeutend fühlen im Vergleich mit Menschen, die nicht an Gott glauben, ja, sogar krumme Wege gehen und nicht nur damit wegkommen, sondern auch sehr erfolgreich damit zu sein scheinen. (Mal. 3,14f.) Da heißt es:
‚Da redeten die miteinander, die den Herrn fürchteten, und der Herr merkte auf und hörte. Und ein Buch der Erinnerung wurde vor ihm geschrieben für die, die den HERRN fürchten und seinen Namen achten.‘ (Mal. 3,16)
In dieser Welt mögen die Maßstäbe für Erfolg und Vorankommen unterschiedlich und zuweilen auch ungerecht sein. Auch mag es einen Unterschied geben wessen erinnert wird und wessen nicht und wie.
Die gute Nachricht des Propheten: Gott merkt auf und hört! Er bemerkt was seine sich zuweilen unbedeutend vorkommenden Kinder beschäftigt und bekümmert. Er nimmt ihre Verunsicherung wahr und sichert ihnen zu, dass ihrer Geschichte bei ihm gedacht wird. Nicht nur das, sie wird sogar aufgeschrieben. Nicht in menschlichen Geschichtsbüchern und auf großen Grabmälern, sondern bei ihm selbst, im Erinnerungsbuch Gottes. Nicht, dass Gott eine Erinnerung bräuchte, sondern vielmehr, damit sie wissen, dass ihr Weg nicht umsonst war und vor ihm nichts unbemerkt bleibt.
Als mein Freund und ich uns über diese Worte unterhielten, fühlte ich mich wieder gestärkt und getröstet und konnte weiter unbeschwert den Spaziergang genießen und sogar an der besonderen und auch traurigen Geschichte des Großherzogs und seiner Familie anteilnehmen, für die Denkmäler errichtet wurden.
Unser Lebensweg, sowie vieles von dem was wir tun, mag vor Menschen unscheinbar und unbemerkt bleiben. Aber bei Gott wird es in Ehren gehalten. Gott nimmt uns wahr, wenn wir uns nach ihm ausrichten und er sieht was in den stillen Kammern unserer Geschichte passiert und achtet sie hoch. Was für eine Perspektive!
Was gibt es größeres als dass unsere Geschichte bei Gott, dem Herrscher des Universums und dem Schöpfer aller Dinge in Erinnerung bleibt und ihrer gedacht wird?
Weil das so ist, wird unsere Geschichte auch eine gute Zukunft haben, da sie bei Gott aufgeschrieben ist (Mal 3,17-21).
Dafür gebührt Ihm unser Dank und unsere tiefste Ehrerbietung.
Amen.
Simret Mahary


An diesem Sabbat dürfen wir wieder am Gottesdienst im Hope TV anteilhaben, diesmal mit einer Gesprächsrunde zu dem Thema ‚Normalität – wann?‘ und mit einer Predigt vom Pastor Stephan Sigg mit dem Titel ‚Wer nicht trainiert, verliert‘. Wie gewohnt um 09:30Uhr live im Kabelfernsehen oder hier zu sehen:

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