Johannes 19,30

Siege werden überall errungen. Erfolge werden verbucht, Gewinne werden erzielt, Leistungen vollbracht, Preise verteilt, Prämien überreicht. Wir Menschen leisten viel, unheimlich viel, so dass einem fast schwindelig wird.

Einem Sieger strecken sich Hände entgegen. Er muss Hände schütteln. Man will einen Blick von ihm erhaschen. Wer will sich nicht sonnen im Sieg des anderen! ‚Ich kenne ihn gut!‘ Wir rechnen uns aus, wie sich sein Sieg auf uns auswirken könnte. Jeder möchte teilhaben an seinem Sieg.

Jesus ist Sieger. Er spricht am Kreuz: Es ist vollbracht. Sein Leben ist vollbracht. Sein Leiden ist vollendet. Die Liebe ist zum Ziel gekommen. Der Glaube hat durchgehalten. Die Hoffnung hat Sinn.

Seit Jesus ist Tod Leben, ist Niederlage Sieg. Es ist vollbracht! ruft Jesus aus. Menschen beginnen nun im Namen Jesu durchzuhalten bis zum Ende! Sie nehmen Ungerechtigkeit auf sich, damit anderen Gerechtigkeit widerfährt. Der Sieg Jesu am Kreuz trägt die Früchte bei uns. Durch uns. Es ist vollbracht! ruft Jesus aus. Menschen beginnen ihr Leben neu zu gestalten. Sie lieben über Rassengrenzen hinaus. Sie lieben ohne Unterschiede. Die Liebe, die Jesus am Kreuz angestoßen hat, findet Nachahmer. Darum ist der Sieg Jesu am Kreuz der Anfang seines Ostersieges. Die Liebe kann nicht sterben. Es gibt Menschen, die das Anspiel Jesu weiterspielen.

Es ist vollbracht! ruft Jesus aus. So rufen Menschen heute, so glauben Menschen heute, so handeln Menschen heute. Menschen sehen im Kreuz den Beweis der Liebe Gottes. Es gibt Menschen, die mit dem Kreuz leben und sterben. Sie glauben und bezeugen, dass der Gekreuzigte der Auferstandene ist, dass Jesus Christus gestern war, heute ist und morgen sein wird. Damit dieser Glaube in uns Wurzeln schlägt und gleich einem Baum wächst und Früchte trägt, hat Jesus am Ende seines Lebens gesprochen: Es ist vollbracht!

(Kurt Rommel)