Assoziationen zum Monatsspruch der Losungen


Philipper 1,9

Monatsspruch für Juli 2017


„Ich bete darum, dass eure Liebe immer noch reicher werde an Erkenntnis und aller Erfahrung.“ Philipper 1,9

In der Liebe an Erkenntnis und Erfahrung reicher werden – was heißt das? Sicher nicht das, was der BRAVO oder ähnlichen Zeitschriften dazu einfällt. Erkenntnis geht tiefer. Sie ergibt sich oft nicht auf den ersten Blick, sondern nur dann, wenn man den Dingen auf den Grund geht. „Erfahrung ist nicht das, was einem zustößt. Erfahrung ist, was du aus dem machst, was dir zustößt. “ (Aldous Huxley). Erfahrung ist Lebensklugheit.

Was hat Erkenntnis und Erfahrung mit der Liebe zu tun? Liebe soll nicht blind sein. Wir sollen überhaupt nicht blind sein, sondern sehen. Wir können nur dann recht lieben, wenn wir recht sehen. Also: Augen auf !

„Einen Menschen lieben, heißt ihn so zu sehen, wie Gott ihn gemeint hat.“
(Fjodor Michailowitsch Dostojewski)


Apostelgeschichte 5,29

Monatsspruch für Juni 2017


Man muss Gott mehr gehorchen als den Menschen. Apostelgeschichte 5,29

In Frankfurt am Main heißt eine Straße „Polizeimeister-Kaspar-Straße“ und erinnert damit an den Polizisten Otto Kaspar, der 1933 die Meldekarte einer jüdischen Familie Senger fälschte. Er änderte den Vermerk „Mosaisch“, der das Todesurteil der Familie bedeutet hätte, ab in den Vermerk „Religionslos“, und bewahrte so die gesamte Familie vor dem Vernichtungslager. Er setzte mit dieser Urkundenfälschung sein eigenes Leben auf’s Spiel und rettete mit einer Lüge das Leben einer ganzen Familie.

aus: Axel Kühner, Aus gutem Grund.


Kolosser 4,6

Monatsspruch für Mai 2017


Eure Rede sei allezeit freundlich und mit Salz gewürzt! Kolosser 4,6

„Im Deutschen lügt man, wenn man höflich ist!“, soll Goethe gesagt haben. Darum ist vielen Menschen eine höfliche und gepflegte Form des Umgangs verdächtig und suspekt. Viele Menschen halten nichts von Etikette und guten Manieren, belächeln takt- und respektvolle Höflichkeit. Sie sind eher direkt und lassen einfach raus, was sie denken, ohne die Sorge, sie könnten jemanden verletzen.
Ein Junge fährt nachts mit seinem Vater heim. Sie geraten in eine Verkehrskontrolle. Der Junge macht seinem Ärger über das Aufgehalten- und Kontrolliertwerden deutlich Luft und fährt den Polizisten ziemlich grob an. Später sagt er zu seinem Vater als Rechtfertigung: „Ich bin lieber ganz ehrlich und sage den Menschen, was ich denke. Diese ganze Höflichkeit ist doch nur Getue und nichts als eine Menge heißer Luft!“ „Ganz recht“, sagt der Vater freundlich, „eben diese Menge Luft haben wir in unseren Reifen, und merkst du, wie die Luft die harten Stöße dämpft und mildert? So ist das auch im Umgang mit Menschen, die Höflichkeit kann manche Härte dämpfen und viele unangenehme Stöße mildern und abfangen.“
Vielleicht kann man auch ehrlich und höflich zugleich sein?

Aus: Axel Kühner, Zuversicht für jeden Tag


Lukasevangelium 24,5-6

Monatsspruch für April 2017


„Was sucht ihr den Lebenden bei den Toten? Er ist nicht hier, er ist auferstanden.“ Lukasevangelium 24,5-6

Zwei Frauen am frühen Sonntagmorgen auf dem Weg zum Grab Jesu. Sie können und wollen Jesus nicht so schnell vergessen. Deshalb zieht es sie auf den Friedhof.

Aber Jesus ist weg. Auch das noch! Als ob sie nicht schon genug zu tragen haben.

Das Wort der beiden Engel eröffnet jedoch eine neue Dimension. Es ist zu wenig, Jesus die letzte Ehre zu erweisen und sein Andenken zu bewahren. Er lebt! Und den Lebenden sollte man nicht bei den Toten suchen.

Leichter gesagt als getan. Die Kirche Jesu Christi erweckt oft genug den Eindruck einer Jesus-Gedenkstätte. Schade eigentlich! Denn mit seiner Auferstehung hat etwas ganz Neues begonnen.

„Mit Tod und Grab fing die Ostergeschichte an, dann aber kam das Aber! Dann hieß es: Vorwärts! Und das auf einer Einbahnstraße, auf der es keine Umkehr gab, hinein ins Leben, hinein ins ewige Leben.“ (Karl Barth)


3. Mose 19,32

Monatsspruch für März 2017


Vor einem grauen Haupt sollst du aufstehen und die Alten ehren und sollst dich fürchten vor deinem Gott; ich bin der HERR. 3. Mose 19,32

Kaum zu glauben, aber diese Aufforderung ist ca. 3.000 Jahre alt. Das Problem ist also nicht ganz neu – was es natürlich auch nicht besser macht.

In einem Schlager aus dem Jahr 1959 hieß es noch:
Ich hab Ehrfurcht vor schneeweißen Harren,
sie verschönern der Mutter Gesicht.
Und sie krönen die Arbeit von Jahren,
und ein Leben in Treue und Pflicht.
Ich hab Ehrfurcht vor schneeweißen Haaren,
vor den Falten von Sorge und Leid.
Ich will helfen, aus den letzten Jahren,
zu machen ihre glücklichste Zeit.

Heute färbt man besser seine Haare – sogar als Mann. Altsein ist out. „Mensch, da hab ich aber alt ausgesehen“, sagen wir, wenn wir irgendwo eine schlechte Figur abgegeben oder uns blamiert haben.

Der Bibeltext spricht überraschenderweise gar nicht von der Würde des Alters. Stattdessen ruft er dazu auf, diejenigen zu achten, die am Rande der Gesellschaft stehen und nicht anerkannt werden.

Das zeigen die folgenden Verse. In denen geht es darum, die Ausländer zu respektieren: „Wenn ein Fremdling bei euch wohnt in eurem Lande, den sollt ihr nicht bedrücken.
Er soll bei euch wohnen wie ein Einheimischer unter euch, und du sollst ihn lieben wie dich selbst; denn ihr seid auch Fremdlinge gewesen in Ägyptenland. Ich bin der Herr, euer Gott.“ (3. Mos.19,33-34). Auch so ein aktuelles Problem, das nicht ganz neu ist.

Vielleicht bekommen wir beides doch irgendwann mal hin.

„Die Menschlichkeit einer Gesellschaft zeigt sich nicht zuletzt daran, wie sie mit den schwächsten Mitgliedern umgeht“, meinte der damalige Bundeskanzler Helmut Kohl im Mai 1998 in einer Rede auf dem Bundesverbandstag des Verbandes der Kriegs- und Wehrdienstopfer, Behinderten und Rentner Deutschland. Wo er Recht hat, hat er Recht.


Lukasevangelium 10,5

Monatsspruch für Februar 2017


Wenn ihr in ein Haus kommt, so sagt als Erstes: Friede diesem Haus. Lukasevangelium 10,5

Wir sagen: „Guten Tag.“ Damit wünschen wir unserem Gegenüber, dass der heutige Tag gut für ihn verlaufen möge. Dass wir ihm das wünschen, ist nett von uns – auch wenn uns diese Begrüßungsformel meist ohne viel Nachdenken über die Lippen kommt.

Im Mittelhochdeutschen lautete diese Grußformel ursprünglich so: „got gebe dir guoten tac“. Das ist eigentlich besser. Weil es persönlicher ist („gott gebe dir …“). Und weil von Gott die Rede ist. Bei „Guten Tag“ bleibt ja offen, wodurch bzw. durch wen der Tag denn zu einem guten Tag werden soll.

„Friede diesem Haus“ ist auch nicht schlecht. „Friede“ ist mehr als Abwesenheit von Krieg. In der Sprache der Bibel meint „Friede“ so viel wie „Wohlergehen“ und in einer „heilvollen Ordnung“ zu leben.

In den letzten Monaten sind viele Menschen aus den Ländern des Orients zu uns gekommen. Sie suchen Schutz bei uns. Aber auch wir können von ihnen profitieren – auch von den Kleinigkeiten, in denen sie sich von uns unterscheiden. Nicht zuletzt von ihrer Begrüßungsformel „as-salāmu ʿalaikum“ (auf Deutsch: „Der Frieden auf Euch!“), auf die in der Regel mit einem „wa-ʿalaikum us-salām“ (auf Deutsch: „Und auf Euch der Frieden!“) geantwortet wird.

Übrigens: „R.I.P.: Den Toten müssen wir keinen Frieden wünschen. Die Lebenden können ihn besser brauchen.“ (Ernst Reinhard)


Lukasevangelium 5,5

Monatsspruch für Januar 2017


Auf dein Wort will ich die Netze auswerfen! Lukasevangelium 5,5

Ein ermutigendes Wort zum Jahreswechsel.

2016 war kein besonders gutes Jahr. Die Aussichten für 2017 sind auf nicht gerade rosig. Es könnte sogar alles noch schlimmer kommen. Das ist entmutigend.

Petrus, von dem uns der Evangelist Lukas diese Worte überliefert hat, ist auch nicht gerade euphorisch. Er, der erfahrene Fischer, hat die ganze Nacht über nichts gefangen. Und dann kommt Jesus und befiehlt ihm: „Fahre hinaus, wo es tief ist, und werft eure Netze zum Fang aus!“

Petrus hält das für keine gute Idee. Deshalb antwortet er: „Meister, wir haben die ganze Nacht gearbeitet und nichts gefangen.“ Aber dann fügt er noch einen entscheidende Satz hinzu: „Aber auf dein Wort will ich die Netze auswerfen.“

Das ist auch eine Möglichkeit für uns. Wir sind skeptisch und dürfen unsere Skepsis auch offen zum Ausdruck bringen. Aber wir können noch einen Schritt weitergehen und sagen: „Auf dein Wort will ich die Netze auswerfen!“ Wer weiß, vielleicht werden dann auch wir positiv überrascht.

In diesem Sinne: Gottes Segen zum neuen Jahr.


Psalm 130,6

Monatsspruch für Dezember 2016


„Meine Seele wartet auf den Herrn mehr als die Wächter auf den Morgen.“(Psalm 130,6) Psalm 130,6

Warum? Weil Gott die Sünde vergibt (Vers 4). Weil bei ihm „Gnade und viel Erlösung“ ist (Vers 7).

Deshalb soll Gott ihm die Sünde vergeben, ihm gnädig sein und ihn erlösen. Darauf wartet der Psalmist – noch mehr als die Wächter, die während der Nachtwache die Stunden bis zum Morgengrauen zählen.

So eine Nachtwache stelle ich mir langweilig vor. Minuten können zu Stunden werden. Sehnsüchtiges Warten auf die ersten Lichtstrahlen.

Deshalb bin ich froh, dass ich nicht warten muss. In Jesus Christus ist Gottes Gnade zu uns gekommen.

Vom Himmel hoch, da komm‘ ich her,
ich bring‘ euch gute neue Mär,
der guten Mär bring‘ ich soviel,
davon ich sing’n und sagen will.
Euch ist ein Kindlein heut geborn
von einer Jungfrau auserkorn,
ein Kindelein so zart und fein,
das soll eur Freud und Wonne sein.
Es ist der Herr Christ, unser Gott,
der will euch führn aus aller Not,
er will eur Heiland selber sein,
von allen Sünden machen rein.
Er bringt euch alle Seligkeit,
die Gott der Vater hat bereit‘,
dass ihr mit uns im Himmelreich
sollt leben nun und ewiglich.

Mit Jesu Geburt hat das Warten ein Ende! Eine frohe Advents- und Weihnachtszeit!


2. Petrusbrief 1,19

Monatsspruch für November 2016


„Um so fester haben wir das prophetische Wort, und ihr tut gut daran, dass ihr darauf achtet als auf ein Licht, das da scheint an einem dunklen Ort, bis der Tag anbreche und der Morgenstern aufgehe in euren Herzen.“ 2. Petrusbrief 1,19

„Jetzt geht mir ein Licht auf!“. So sagen wir, wenn wir etwas nicht verstanden haben und uns plötzlich eine ganz neue Einsicht geschenkt wird, eine Erleuchtung.

Immer wieder kommen wir in Situationen, in denen wir solche Lichtblicke brauchen. Licht gegen finstere Absichten und düstere Prognosen. Licht gegen Unklarheit und Ratlosigkeit, Angst und Sorge.

Wir erwarten ja gar nicht, dass sich alle Probleme augenblicklich in Luft auflösen. Aber wir wollen die Gewissheit, dass es Licht am Ende des Tunnels gibt.

Das prophetische Wort. Der Schauspieler und Kabarettist Dieter Hildebrandt hat einmal gesagt: „Es ist heute leicht, Prophet zu sein, denn es trifft alles ein, was man befürchtet.“ Aber das prophetische Wort, von dem Petrus spricht, ist etwas anderes. Es ist ein Wort der Hoffnung, der Hoffnung auf eine bessere Zukunft, der Hoffnung auf Gottes Reich.

Manchmal haben wir den Eindruck, dass finstere Mächte die Welt regieren und alles im Chaos zu versinken droht. Aber Propheten sehen tiefer. Das prophetische Wort sagt: Gott sitzt am längeren Hebel. Und alles läuft auf ihn zu.

Deshalb dürfen wir uns hier und heute schon ihm anvertrauen. Wenn wir diese Botschaft aufnehmen und ihr unser Vertrauen schenken, wirkt sie in uns. Dann geht uns ein Licht auf.


2. Korinther 3,17

Monatsspruch für Oktober 2016


Wo aber der Geist des Herrn ist, da ist Freiheit. 2. Korinhther 3,17

„Freiheit ist das Einzige was zählt“, singt Marius Müller-Westernhagen. Aber was ist das eigentlich – Freiheit?

Bin ich schon frei, wenn meine Mitmenschen mir nicht zu nahe kommen, sich nicht einmischen? „Ich will meine Freiheit!“ heißt dann nur so viel wie „lass mich in Ruhe!“

Für eine solche Freiheit braucht man wohl kaum den „Geist des Herrn“. Ganz anders sieht es aus, wenn Freiheit darin besteht, dass ich meiner Bestimmung gemäß lebe. Dann ist die Lebensenergie des Geistes Gottes unverzichtbar.

„Im Geist ist Gott selbst gegenwärtig und umgibt uns von allen Seiten. Wir leben und atmen in seiner Atmosphäre. So wird der Heilige Geist zum vibrierenden und vitalisierenden Energiefeld des neuen Lebens …“ (Jürgen Moltmann)